Juli 2013

Die GmbH "light" ist da!


Wenn Ihnen bis jetzt eine GmbH-Gründung zu kapitalintensiv war, dann hat jetzt Ihre Stunde geschlagen. …..

Bei der Neugründung eines Unternehmens stellte die GmbH bislang nur dann eine Al-ternative dar, wenn der Gründer über ein gewisses (hohes) Startkapital verfügt. Das hat die Regierung mit 1. Juli 2013 mit der Herabsetzung des Mindeststammkapitals geändert.
 
Die Neuerungen:
Um die Rechtsform der GmbH auch jenen zugänglich zu machen, die ihre unternehme-rische Tätigkeit gemessen am Unternehmenszweck mit einer geringeren Kapitalaus-stattung beginnen können, wurde das Mindeststammkapital von bislang EUR 35.000,00 auf EUR 10.000,00 gesenkt. Statt wie bisher mindestsens EUR 17.500,00 bar aufbringen zu müssen, reicht in Zukunft bereits ein Barerlag von EUR 5.000,00 aus, um eine GmbH zu gründen.

Die Reduktion des Mindeststammkapitals auf EUR 10.000,00 bringt aber auch noch weitere Erleichterungen der Entscheidung für die Gründung einer GmbH mit sich: Die Reduktion der Gründungskosten. Denn der Gesellschaftsvertrag der GmbH bedarf der Form eines Notariatsakts. Da die Höhe der dafür anfallenden Kosten von der Höhe des Stammkapitals der GmbH abhängt, kommt es durch die Absenkung des Mindest-stammkapitals zu einer Reduktion der Kosten für den Notariatsakt. Außerdem reduzie-ren sich die Kosten für diverse erforderliche Beglaubigungen, wie jene des Antrags auf Eintragung der GmbH zum Firmenbuch.

Dass die Eintragung der neu gegründeten GmbH im Firmenbuch nicht mehr in der Wiener Zeitung bekannt gemacht werden muss (§ 12 GmbHG), spart ebenfalls Kosten, denn die stattdessen mögliche Bekanntmachung in der elektronischen Ediktsdatei ist deutlich günstiger.
 
Ein weiterer Effekt der Neuregelung ist, dass sich die Mindest-Köst, die ja als ein be-stimmter Prozentsatz des Mindeststammkapitals definiert ist, von derzeit EUR 1.750,00 auf EUR 500,00 verringert.

Die Hintergründe der Neuerungen:
Aufgrund der Niederlassungsfreiheit gemäß Art 54 AEUV und der dazu ergangenen Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs haben Unternehmer die Möglichkeit, eine Kapitalgesellschaft in einem EU-Mitgliedstaat oder EWR-Vertragsstaat zu gründen und in einem anderen Mietglied- bzw. Vertragsstaat ihren tatsächlichen und einzigen Sitz zu haben, sofern das nationale Recht des Gründungsstaats dies gestattet. Die aus diesem Grund gegründeten sogenannten Scheinauslandsgesellschaften (z.B. die eng-lische Private Company Limited by Shares) erwiesen sich jedoch oftmals keineswegs als kostengünstiger als eine GmbH-Gründung im Inland.

Deutschland beispielsweise beließ das Mindeststammkapital grundsätzlich bei EUR 25.000,00, führte jedoch zusätzlich 2008 eine Sonderform der GmbH („Mini-GmbH“), die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, mit einem Mindeststammkapital von einem Euro ein.

Die Höhe des nach österreichischem Recht bisher zur Gründung einer GmbH notwen-digen Mindeststammkapitals war mit EUR 35.000,00 im europäischen Vergleich am höchsten. Ziel des Gesetzesvorhabens war es, die österreichische GmbH für Gründer im Vergleich zu den Gesellschaftsformen anderer Mitgliedstaaten attraktiv zu halten.

Durch die deutliche Reduktion der Mindeststammeinlage und der damit verbundenen Reduktion der Gründungskosten steht die GmbH „light“ nun einem breiteren Personen-kreis als interessante Alternative zur Verfügung.

Auch für Vereine bietet die GmbH „light“ die – nun kostengünstigere – Möglichkeit, ihre Geschäftstätigkeit – die in vielen Fällen ein Hindernis für den Status der Gemeinnützig-keit darstellt – in eine GmbH „auszugliedern“. Dadurch kann der Verein als gemeinnüt-ziger Verein alle steuerlichen Vorteile für sich und etwaige Spender nutzen, während er seine Geschäftstätigkeit im Rahmen der GmbH ausübt.

Gerne sind wir bei der Gründung Ihrer GmbH behilflich!

 

druckversion


Braucht jeder ein „neues Testament“? Alles neu im Erbrecht ab dem 1.1.2017!


Alles neu im Erbrecht – Änderungen im Pflichtteilsrecht


Neuauflagen 2016


Gemeinnützigkeitsgesetz 2015 – GG 2015


Crowdinvesting: Frischer Wind für Jungunternehmer und Start-Ups


Bewegung im Steuerrecht – die Bundesregierung entdeckt die Gemeinnützigkeit


Alles neu im Urheberrecht?


Abgabe von Humanarzneispezialitäten
durch Fernabsatz


Die GmbH "light" - doch nicht alles so "light"?



Thermenerhaltung



Verstoß gegen Impressumspflicht:
unlautere Geschäftspraxis!

OGH 4 Ob 59/14a


 
Die 2. Auflage des Buches "Architektur und Urheberrecht" von Dr. Thomas Höhne ist erschienen!


Bestellen Sie auf www.manz.at!


 Das Recht der Vereine von Höhne/Jöchl/Lummerstorfer ist in seiner 4. Auflage erschienen!
Alles, was Vereine brauchen, auf 600 Seiten. 


Fragen zur "GmbH light"?

War Ihnen die Gründung einer GmbH in den vergangenen Jahren zu kapitalintensiv, so hat jetzt Ihre Stunde geschlagen!

Ihre GmbH besteht bereits? Informieren Sie sich jetzt über die Möglichkeit einer Herabsetzung des Stammkapitals!

Neu – Jetzt abonnieren!  Die von Dr. Thomas Höhne mitherausgegebene neue „Zeitschrift für Informationsrecht“ (ZIIR).

Alle reden über Facebook – wir auch.
Lesen Sie das Interview mit Dr. Höhne und Mag. Koukal. www.konsument.at